Grenzgangsgedicht

Michael Müller trug anlässlich der Schleifenüberreichung folgenden schönen Reim vor:

Was begann vor vielen Jahren,
sollt auch Ihr noch heut erfahren,
Gewährt Euch einen Blick zurück,
und erfahrt so manches Menschen Glück.

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In dem Saum um unseren Schlossberg,
durch des Lahntales grüne Au,
grenzt sich manch gar steiler Berge,
manchmal sonnig, manchmal grau.

Und so ward jed einzelne Hoffnung,
durch so manches Menschenkind,
ehrfurchtsvoll gebaut auf Prägung,
die des Lebens Bühne sind.

In der alter Häuser stiller Kammer,
begann so mancher Lebenslauf,
sahen Kummer, hörten Jammer,
doch auch das Glück war hier zu Haus.

Sehen die Mütter mit Entzücken,
erstem feinen lächeln zu,
und auch auf des Vaters Rücken,
trohnt der stolze Jüngling nun.

Dann der Bursche reift zum Manne,
das Mädchen ziert sich, ist entzückt,
und die ersten Liebesbande,
sind des jungen Menschen Glück.

Mit Ehre, Stolz, Besinnlichkeit,
als Bürger dann den Fahneneid,
und wieder wird ´s ihm steht’s bewusst,
es ist nicht mehr lang bis in August.

Wenn wir gehen dann über Grenzen,
schreiten ab sie Stein für Stein,
lasst uns alle daran denken,
schöner wird es nie wieder sein.

Stolz voran die Fahne grüsst,
wenn ein Zauber sie umschließt,
über Kleeberg, Staffel und den Kahn,
kommen wir am Rastplatz an.

Widerhuppchen, Fahnen schwenken,
Gedanken die uns alle lenken,
lasst uns alle fröhlich sein,
Wenn wir gehen zum letzten Stein.

Schluss ist am Gonzhäuser Feld,
Stolz der Oberst noch eine Rede hält,
Und jedem wird ganz langsam klar,
es geht wieder weiter in sieben Jahr.

Denn heute gilt für alle Zeit
Der Stein – Die Grenze – In Ewigkeit

Copyright Michael Müller Grenzgang 2005

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